Von Mundpropaganda profitieren

mundpropagandaMit Mundpropaganda ist nicht anderes gemeint als die Weiterempfehlung eines überzeugten Kunden an einen anderen Kunden. Das kann auf unterschiedlichen Wegen erfolgen.

„Wusstest Du schon…?“

Jeder hat es schon einmal erlebt. Man geht abends essen, probiert ein neues Restaurant aus, in dem man vorher noch nie gewesen ist. Für den Restaurantbesitzer sollte an diesem Punkt klar sein, dass die Folge aus dieser Premiere seiner neuen Gäste automatisch Mundpropaganda entsteht. Die entscheidende Frage, die sich ihm stellt, ist die, ob er davon etwas hat oder nicht. War das Essen gut, die Ambiente schön, der Service freundlich und der Preis auch noch überzeugend, wird es mit allergrößter Wahrscheinlichkeit passieren, dass der Gast am nächsten Tag mit einem Freund, Kollegen oder Verwandten über seinen Abend spricht. Beginnt das Gespräch mit so etwas Ähnlichem wie „Wusstest Du schon, dass man in dem Restaurant XYZ ausgezeichnet essen kann? Das musst Du probieren…“, dann kann der Restaurantbesitzer sich wahrscheinlich demnächst über neue Gäste freuen.
Doch Mundpropaganda kann natürlich auch umgekehrt laufen. Wenn der neue Gast zunächst einmal eine halbe Ewigkeit auf die Speisekarte warten musste, die Auswahl der Speisen übersichtlich und langweilig war, die Bedienung unfreundlich und inkompetent, wenn das Essen Lust auf mehr gemacht hat (und zwar überall, nur nicht in diesem Restaurant) und das Ganze dann auch noch überteuert war, wird es Mundpropaganda der anderen Art geben. Der Restaurantbesitzer hat damit gleich zwei Gäste verloren. Den vom Vorabend und den, dem über das Desaster berichtet wird.

Günstiger geht es nicht

Werbestrategen entwickeln immer wieder neue Ideen und Methoden, um die Kunden anzulocken. Dabei wird zuweilen auf Fantasie und Einfallsreichtum zurückgegriffen, die von beeindruckender Qualität und Vielfalt sind. Und manchmal entpuppen sich Werbestrategien als wenig passend, man könnte es auch schlichter formulieren und sie einfach als „schlecht“ bezeichnen.
Das Problem an Werbung ist, dass sie Geld kostet und man nicht weiß, ob sie wirkt. Je nachdem, wie hoch das eigene Budget ist, kann man entweder mehr oder weniger investieren. Wer mehr finanzielle Mittel zur Verfügung hat, kann größere Sprünge machen und professioneller arbeiten, möglicherweise auch großflächiger werben. Aber ob man einen kleinen Etat hat oder mit großzügigen Möglichkeiten ausgestattet ist, ändert nichts an der Tatsache, dass das Ganze trotzdem scheitern kann. Nicht nur kleine Werbeaktionen sind schon schief gelaufen, weil sie einfach falsch angegangen wurden. Auch groß angelegte Werbung mit einem immensen Aufwand und unfassbaren Kosten haben sich schon als gigantische Flops entpuppt.
Mundpropaganda hat mit dieser Problematik nicht das Geringste zu tun. Und man kann sie auch gezielt einsetzen, man muss also nicht warten, bis der Gast einem anderen Gast eine Empfehlung ausspricht, um bei dem Beispiel des Restaurants zu bleiben. Wenn der Gast wirklich so zufrieden ist, warum sollte er dann nicht auch daran interessiert sein, eine Visitenkarte mitzunehmen oder einen Flyer, in dem auf die Qualitäten des Restaurants hingewiesen wird. Der zufriedene Gast wird sich dadurch nicht einmal belästigt fühlen, sondern die Karte oder den Flyer dankend annehmen und sich freuen, dass er etwas ganz Konkretes hat, das er weitereichen kann.
Besonders Dienstleister gehen oft noch einen Schritt weiter. Sie wissen, das Informationsmaterial manchmal einfach irgendwo liegen bleibt oder doch im Altpapier landet. Deswegen fragen Dienstleister ihre zufriedenen Kunden oft direkt nach Namen im Umfeld des Kunden, die für das Produkt ebenfalls in Betracht kommen. Man kann das fast eine umgekehrte Mundpropaganda nennen, denn nicht der Kunde ist es, der Werbung für die Dienstleistung macht, der Dienstleister selbst entlockt dem Kunden Namen, an die er sich wenden kann.
Ob dieses Prinzip funktioniert oder nicht, ob tatsächlich daraus neue Kunden werden können, steht auf einem anderen Blatt. Sicher ist jedoch, dass es keinen Cent gekostet hat

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