Die Werbeplane als Riesenposter

Werbeplane mit PapstDie Werbeplane konnte im Laufe der Zeit nichts erschüttern. Sie war immer in der Lage, noch einen draufzulegen, um sich auch gegen andere Werbemittel durchzusetzen. Wenn man bedenkt, dass die ersten Werbeplanen eher durch Schlichtheit und kurze Lebensdauer bestachen, ist es schon außergewöhnlich, dass sie sich doch immer wieder neu erfinden konnten. Auch die Online-Werbung, das Fernsehen oder Radio-Clips konnten nichts daran ändern, dass Werbeplanen nach wie vor zur beliebten Art der Werbung zählen. Dennoch darf man sich nichts vormachen. Auch die Werbeplane blieb nicht verschont von Höhen und Tiefen. Wie bei anderen Methoden der Werbung auch musste sie sich weiter entwickeln, um nach wie vor verwendet zu werden. Der letzte große Sprung war sicherlich die Entwicklung von Riesenpostern. Ein großer Sprung für eine große Werbeplane.

Michael Jackson und der Papst

Es ist schon eine Weile her, als Riesenposter von Michael Jackson ganze Häuserfassaden schmückten. Trotzdem erinnert man sich noch daran, dass Pop-Größen wie Jackson oder außergewöhnliche Sportler wie Michael Jordan Fassaden verzierten. Sie waren die Ersten, die zum Erfolg von Werbeplanen im Großformat beitrugen. Inzwischen haben sich nach und nach die Motive verändert und viele Unternehmen nutzen die Riesenposter, um auf sich und ihre Produkte aufmerksam zu machen. Die BILD-Zeitung verknüpfte gleich zwei Maßnahmen miteinander. Sie nutzte den Papst-Besuch in Deutschland 2011 dazu, ein riesiges Poster anfertigen zu lassen, das das kirchliche Oberhaupt in angemessener Form darstellen sollte. Und sie brachte das Riesenposter am Springergebäude in Berlin an. So konnte diese faszinierende Werbemittel also gleich noch als Werbung in eigener Sache genutzt werden. Zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, das ist wohl typisch BILD-Zeitung. Ob diese Art der Werbung gefällt oder nicht, ist dabei übrigens gar nicht entscheidend, wie so oft bei der BILD-Zeitung. Viel wichtiger war die mediale Aufmerksamkeit, und die war der Zeitung sicher. Schon wegen der unfassbaren Maße des Riesenposters. Der Papst blickte als 45 Meter breites und 64 Meter hohes Poster auf die Stadt.

Wie stellt man bloß so große Werbeplanen her?

Die Frage liegt auf der Hand. Man wird ein Poster wie das des Papstes kaum mit nur einem Druckvorgang herstellen können. Eine Druckmaschine dieser Größe dürfte es nicht einmal in New York geben, obwohl dort alles möglich scheint. Im Falle des Papstes wurde die größte Druckmaschine der Welt verwendet. Sie ist 5 Meter breit und zerlegte die Einzelteile des Riesenposters in Streifen. Insgesamt wurden neun Kunststoffbahnen verarbeitet, nachdem die Arbeit getan war, wurden die Einzelteile zusammengeschweißt, und zwar bei 180 Grad. Danach wurden sie miteinander verbunden, dazu wurden Haltebänder und Ösen in einem Abstand von 30 Zentimetern benutzt.

Arbeit in schwindelnden Höhen

Nachdem der Papst auf dem Riesenposter war, musste es natürlich noch am Gebäude angebracht werden, auch das war alles andere als ein Sonntagsspaziergang. Kletterer erledigten diese anspruchsvolle Aufgabe, auf beiden Seiten des Gebäudes und auf dem Dach des Springergebäudes wurden die Befestigungen angebracht. Als zusätzlicher Schutz wurden übrigens rund 3 Kilometer Drahtseile verwendet. Das war auch nötig, denn jedes der Plakate brachte 1,25 Tonnen auf die Waage, alleine die Ösen und das Halteband kamen mit einem Gewicht von 170 Kilogramm daher. Die größte Herausforderung bei der ganzen Sache war selbstverständlich der Schutz vor dem Wind. Ein Riesenposter diesen Ausmaßes ist anfällig für Wind. Und wenn der erst einmal loslegt, wird es gefährlich. Nicht auszudenken, dass ausgerechnet bei einem Umfall mit einem Riesenposter oder Werbeplane des Papstes womöglich Menschen zuschaden kommen. Aber es ist ja nichts passiert. Gott sei Dank, könnte man sagen.

Weltrekord mit Werbeplanen

Schon weil die größte Druckmaschine der Welt eingesetzt wurde, kann man das Papst-Poster wohl als Rekord hinstellen. Aber rekordverdächtig sind Werbeplanen als Riesenposter eigentlich immer. Dabei sind sie aber nicht nur göttlichen Erscheinungen vorbehalten. Auch Unternehmen können die Vorteile von Riesenpostern erfolgreich für ihre Werbung nutzen. Es ist günstiger als man vielleicht zunächst denkt.

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